Interview zum Thema "Fairer Handel und Klimawandel"

Am 16. Juni informiert Kathrin Schröder von MISEREOR in einem Online-Seminar über die Zusammenhänge zwischen Fairem Handel und Klima. Ursprünglich wollten wir uns mit euch und Kathrin in Frankfurt treffen um dort zu disktuieren, uns auszutauschen und gemeinsam Ideen zu spinnen. Jetzt machen wir das also online. Wir freuen uns sehr, dass Kathirn Schroeder mit uns diesen Schritt geht und hoffen, viele von euch dort begrüßen zu dürfen! Im Vorfeld haben wir schon mal ein paar grundsätzliche Fragen zum Online-Seminar und den Themen Klima und Fairer Handel geklärt. Das Interview mit Kathrin Schroeder findet ihr unten.

Hallo! Wer bist du und wo arbeitest du?

Hallo. Ich bin Kathrin Schroeder und arbeite bei Misereor als Referentin für Energiepolitik. Für Misereor arbeite ich in der Klima-Allianz Deutschland und im Ökumenischen Netzwerk für Klimagerechtigkeit mit.

Der Faire Handel feiert in Deutschland dieses Jahr 50. Geburtstag. Was hat sich denn in den letzten 50 Jahren verändert?

Das Fairtrade-Logo ist in den großen Supermärkten angekommen! So finden auch Menschen, die nicht den Weg in die Weltläden finden, wenigstens ein Angebot an fair gehandelten Waren. Und alle, die trotzdem den Weg in den Weltladen finden, werden feststellen: die meisten sind heute ein Mix aus professionell aufgestelltem Geschäft mit Angeboten zu politischer Bildung und Vernetzung.

Was bedeutet für dich Fairer Handel?

Immer noch klassisch: die Menschen, die fair gehandelte Produkte anbauen und herstellen, sollen einen Lohn erhalten, der genug zum Leben ist. Ich finde gut, dass das mittlerweile nicht nur die Kaffeebäuerinnen und -bauern sind, sondern zunehmend auch Textilarbeiter*innen und andere.

Wie hängen Fairer Handel und Klimawandel zusammen?

Im Lebensmittelbereich ist das ganz offensichtlich: viele Produkte des Fairen Handels stehen durch die zu erwartenden Folgen der Klimaveränderungen im Globalen Süden stark unter Druck. Mehr erfahrt ihr in unserem Online-Seminar! ;-)

Und was können wir da als Einzelne/als Verbände oder Institutionen machen?

Jeder christliche Verband sollte mindestens einen Beschluss fassen, dass auf allen Veranstaltungen und in allen Bildungseinrichtungen so viel wie möglich an Verpflegung bio, regional und fair (in jeweils passenden Kombinationen) beschafft wird. Dass das noch nicht der Fall ist, finde ich den eigentlichen Skandal im 50. Jubiläumsjahr des Fairen Handels! Und jede und jeder einzelne kann jede Woche wieder durch Kaufentscheidung fairen Handel fördern. Klar, nicht alle Menschen in unseren Verbänden haben viel Geld – aber sehr viele können es sich durchaus leisten, fair gehandelten Kaffee oder Schokolade einzukaufen.

 Danke für das Interview.

Gefördert vom:

Partner: